Förderung der betrieblichen Altersversorgung

Fragen zur Förderrente

Die Einzelheiten zur Förderrente wollen wir anhand der wichtigsten Fragen erläutern:

Worum geht es bei der Förderrente?
Im Rahmen der Rentenreform 2000/ 2001 wurde vom Gesetzgeber u.a. das Rentenniveau gesenkt. Mit dem Altersvermögensgesetz (AVmG) wurden zugleich Maßnahmen zur Förderung der privaten als auch der betrieblichen Altersversorgung geschaffen. Der Einzelne ist eigenverantwortlich für den Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersversorgung zur Absicherung des Lebensstandards im Alter zuständig. Der Staat beteiligt sich hieran In Form von Zulagen und der Gewährung eines Sonderausgabenabzugsbetrags.

Die Teilnahme an der staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge ist freiwillig. Sie entscheiden selbst, ob Sie diese In Anspruch nehmen möchten.

Wie wird gefördert?
An der zusätzlichen kapitalgedeckten Altersversorgung beteiligt sich der Staat In Form von Zulagen und der Gewährung eines Sonderausgabenabzugsbetrags. Grundsätzlich gibt es ohne Eigenleistung keine staatliche Förderung. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sie einen bestimmten Mindestbeitrag leisten. Dieser beläuft sich unter Einrechnung der Zulagen seit dem Jahre 2008 auf 4% des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen, jedoch nicht mehr als der maximale Sonderausgabenabzugsbetrag In Höhe von 2.100 €, vermindert um die jeweilige Zulage.

Die Zulage untergliedert sich In eine Grundzulage und ggf. In eine Kinderzulage, die je kindergeldberechtigtem Kind gewährt wird.

Was ist die Höchstzulage?
Wer den Mindesteigenbeitrag aufwendet, kann mit folgenden Höchstzulagen vom Staat rechnen:
JahrGrundzulageKinderzulage
ab 2018175 EUR185 EUR *)
*) für ab 2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 300 Euro

Was ist der Sonderausgabenabzug?
Der Sonderausgabenabzug ist ein steuerlicher Abzugsbetrag bei der Einkommensteuererklärung. Damit können Sie Ihre Beitragszahlungen zur geförderten Altersversorgung zuzüglich der Ihnen zustehenden Zulagen von der Steuer absetzen. Dies lohnt sich dann, wenn die Steuerersparnis die Höhe der Zulage übersteigt. Die Prüfung, ob die Zulage oder der Sonderausgabenabzug für Sie günstiger ist, wird von Amts wegen von der Finanzverwaltung vorgenommen.

Folgende jährliche Höchstbeträge können Sie dabei absetzen:

Abmaximaler Sonderausgabenabzug
20082100 EUR


Da die Beiträge in einen Altersvorsorgevertrag steuerbegünstigt geleistet werden, müssen die Rentenleistungen hieraus voll besteuert werden.

Was wird gefördert?
Gefördert werden die Verträge einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge im privaten oder betrieblichen Bereich.

Produkte der privaten Altersversorgung sind bspw. Versicherungsverträge, Bank- und Fondssparprodukte. Diese Produkte müssen bestimmte Kriterien für die Förderfähigkeit erfüllen, sie müssen zertifiziert sein. Dies bedeutet, dass die Produkte gewisse Mindestanforderungen erfüllen müssen. Die Einzelheiten hierüber sind im Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen geregelt. Zertifizierte Altersvorsorgeverträge erkennt man an der amtlichen Prüfnummer und an einem Zusatz, der die Förderfähigkeit des Produktes beschreibt.

Produkte der betrieblichen Altersversorgung hingegen müssen nicht zertifiziert sein. Als förderfähige Formen kommen hierbei die Pensionskasse, die Direktversicherung und der Pensionsfonds in Betracht, also die kapitalgedeckten externen Durchführungswege. Eine wichtige Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Beiträge aus dem Nettoeinkommen, d.h. aus bereits versteuertem und mit Sozialversicherungsbeiträgen belegten Netto-Einkommen, geleistet werden.

Wie funktioniert das Förderverfahren?
Wer einen förderfähigen Vertrag bei der Pensionskasse besitzt und noch keinen Dauerzulageantrag gestellt hat, kann über den Online-Assistenten (Erfassungsassistent Zulageverfahren „Riester“) im Penka-Portal alle notwendigen Daten erfassen. Diese werden elektronisch an die Pensionskasse übertragen. Nach der Erfassung drucken Sie den fertigen Antrag auf Altersvorsorgezulage aus und lassen uns diesen unterschreiben zukommen. Sobald uns der Antrag vorliegt, können wir Ihre Daten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) übermitteln. Die Zulagen selbst werden von ZfA in eine separate Zulagenversicherung bei der Pensionskasse eingezahlt. Die Vorteile des Sonderausgabenabzuges können Sie nur geltend machen, wenn Sie Ihrer Einkommensteuererklärung die neue Anlage AV-Altersvorsorge beifügen. Das Finanzamt führt dann die Günstigerprüfung von Amts wegen durch. Für die Durchführung der Günstigerprüfung war bis einschließlich des Beitragsjahres 2018 eine Einwilligung gegenüber dem Anbieter Ihres Altersvorsorgevertrages in die elektronische Übermittlung Ihrer Altersvorsorgebeiträge an die ZfA notwendig.

Ab dem Beitragsjahr 2019 sind alle Anbieter von Altersvorsorgeverträgen gesetzlich verpflichtet, Altersvorsorgebeiträge gemäß §10a Abs. 5 EStG an die ZfA zu übermitteln. Die Erteilung einer Bevollmächtigung ist hierfür explizit nicht mehr nötig. Dem Finanzamt sollten somit ebenfalls alle notwendigen Daten für die Berechnung des Sonderausgabenabzugs vorliegen.

Wo kann ich mich weiter informieren?
Unsere Darstellung dient lediglich dazu, um einen ersten Einblick in das komplexe Thema der staatlichen Förderrente zu bekommen. Tiefergehende Informationen hierzu erhalten Sie unter den folgenden Internet-Adressen:

Deutsche Rentenversicherung
Bundesministerium der Finanzen
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

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